KÖRPER:

Nach dem Duschen steigt die Feuchtigkeit im Bad. Auch Kochen und Atmen geben Wasserdampf an die Raumluft ab. Ein Teil davon kann durch die Baustoffe der Wand wandern. Aber wie leicht? Als Maßstab dient μ = 1, per Definition der Wert ruhender Luft.

Das ist Folge 17 von „18 Stunden: ein atmendes Haus nach Italien bringen". Wir sind auf dem Weg zum ersten H0ME-Haus mit HES-Technologie. Heute geht es um eine wenig bekannte Kennzahl. Sie zeigt, was „atmungsaktiv" bei einer Wand wirklich heißt.

μ = 1: der Ausgangspunkt

μ spricht man „Mü" aus. Es ist die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl. Sie gibt an, wie stark ein Baustoff den Wasserdampf gegenüber ruhender Luft bremst, bei gleicher Dicke und gleichen Bedingungen. Es ist ein Verhältnis und hat deshalb keine Einheit.

Luft, mit sich selbst verglichen, ergibt μ = 1. Ein Material mit μ = 10 bremst den Dampf zehnmal stärker. Sonst gleiche Bedingungen vorausgesetzt, gilt: Je kleiner μ, desto leichter kommt der Dampf durch. Die Referenz für diese Werte ist die Norm EN ISO 10456.

Wie kommt man an den Wert eines Baustoffs? Im Labor. Die Norm EN ISO 12572 beschreibt das Schalenverfahren (Cup-Methode): Eine Materialprobe trennt zwei Räume mit unterschiedlicher Luftfeuchte, und man misst, wie viel Dampf hindurchgeht.

Achten Sie im Datenblatt nicht nur auf den Wert, sondern auch auf die Bedingungen, unter denen er gemessen wurde. Für HES-mix liegt der μ-Wert im Datenblatt noch nicht vor. In dieser Folge nennen wir deshalb keine Zahl dafür.

Die Dicke zählt: der sd-Wert

Wie stark eine Schicht bremst, hängt auch von ihrer Dicke ab. Dafür gibt es die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke, kurz s<sub>d</sub>:

s<sub>d</sub> = μ × d

d ist die Dicke des Materials in Metern. Das Ergebnis sagt, wie dick eine Schicht ruhender Luft sein müsste, um den Dampf genauso stark zu bremsen.

Ein erfundenes Beispiel, nur um die Rechnung zu zeigen: Ein Material mit μ = 10 und 2 Zentimetern Dicke hat d = 0,02 Meter. Multipliziert ergibt das s<sub>d</sub> = 0,2 Meter. Das entspricht dem Widerstand von 20 Zentimetern ruhender Luft. Das sind Beispielzahlen, keine Daten von HES-mix.

Bei gleichem μ wächst mit der Dicke auch der s<sub>d</sub>-Wert. Deshalb sagt „atmungsaktiv" allein wenig. Man muss wissen, um welchen Baustoff es geht und in welcher Dicke er verbaut wird.

Dasselbe gilt für Putz und Farbe. Jede Schicht erhöht den Widerstand. Schon ein dünner Anstrich kann den Dampf ausbremsen, wenn sein μ-Wert hoch ist.

Was das für Ihr Zuhause heißt

Lassen Sie sich bei der Wahl der Wand auch die vorgesehenen Oberflächen zeigen. Soll die Wand dampfoffen bleiben, brauchen Kalkputze und Kalkfarben eine belegte Dampfdurchlässigkeit. Der Name des Materials reicht nicht aus, maßgeblich ist das Datenblatt.

Die gesamte Wand beurteilt der Planer, einschließlich der Reihenfolge der Schichten, mit einer wärme- und feuchtetechnischen Berechnung für das konkrete Projekt.

Auf dem Kalk-Hanf-Biokomposit bildet sich kein Schimmel: Kalk ist alkalisch, und Wasser steht dort nicht.

Atmungsaktivität ersetzt keinen Luftwechsel. Der Dampf, der durch die Baustoffe wandert, und die Luft, die in den Räumen erneuert wird, sind zwei verschiedene Dinge. Lüften bringt auch die Feuchtigkeit nach draußen, die wir selbst im Haus erzeugen.

Mehr zur Mischung lesen Sie unter So funktioniert HES-mix. Den Zusammenhang mit dem Wohnkomfort erklärt Die Wand, die atmet.

H0ME baut Neubauten aus Hanf und Kalk, auf einem freien Grundstück oder nach Abriss und Neubau. Das erste H0ME-Haus mit HES-Technologie steht noch nicht: Die erste Baustelle ist in Vorbereitung. Vor den Planungsentscheidungen kommen die Fragen zu den Materialien, und genau dort setzt diese Serie an.

DATEN-BOX:

Die Zahl

μ = 1 für ruhende Luft: Das ist die Vergleichsgröße. Normative Quelle: EN ISO 10456. Prüfverfahren für Baustoffe: EN ISO 12572. Der μ-Wert von HES-mix ist im Datenblatt noch nicht veröffentlicht.

Häufige Fragen

Heißt μ = 1, dass die Hanf-Kalk-Wand wie Luft ist?
Nein. μ = 1 ist der Wert ruhender Luft. Um die Wand zu beurteilen, braucht es die Daten der Baustoffe und ihre Dicken.

Wenn die Wand atmet, kann ich dann weniger lüften?
Nein, Atmungsaktivität ersetzt keinen Luftwechsel. Die Lüftung wird passend zum Haus und zu seinen Bewohnern geplant.

Kann ich die Wände streichen, wie ich möchte?
Wählen Sie die Farbe gemeinsam mit Ihrem Planer, und prüfen Sie Dampfdiffusionswiderstand und Verträglichkeit mit den übrigen Schichten.

Entdecken Sie die HES-Technologie. In dieser Serie: die vorige Folge Im September in ein Haus zurückkehren, das nicht muffig riecht; der Weg geht weiter mit Folge 18. --- Vier Hinweise zur Umsetzung: - Anrede: Ich habe „Sie" gewählt, weil das für diese Zielgruppe im Deutschen üblich ist. Der italienische Text duzt. - Normen: Ich habe „UNI" weggelassen und „EN ISO 10456/12572" geschrieben. Die Normen sind identisch, und deutsche Leser kennen sie als DIN EN ISO. - Links: Die URLs habe ich unverändert gelassen. Die Link-Titel sind übersetzt, die Ziele müssten noch auf deutsche Seiten zeigen. - Schimmel-Aussage: Den Satz „bildet sich kein Schimmel" habe ich wörtlich übernommen. Er ist absolut formuliert. Prüfen Sie ihn gegen die Skill `claim-difendibili-bioedilizia`, bevor der Text erscheint.


Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der H.0.ME.-Redaktion geprüft.