Das Problem: hohe Nebenkosten, Häuser, die schwer Luft holen
Sommer: Wände heizen sich auf, die Klimaanlage läuft durch. Winter: hohe Heizkosten. Eine mögliche Ursache liegt in der Gebäudehülle. Verliert die Wand viel Wärme, muss die Haustechnik entsprechend mehr leisten. Auch Dach, Fenster und Luftdichtheit wirken sich auf die Energiebilanz aus – hier bleiben wir bei der Wand, weil dort ein konkreter Messwert vorliegt. Das HES-System, das H.0.ME. nach Italien bringt, nutzt laut technischem Datenblatt von HES ein Material mit einer Wärmeleitfähigkeit λ von 0,048 W/(m·K). Vorab eine Klarstellung: „Atmen" im Titel ist bildlich gemeint. λ misst ausschließlich den Wärmedurchgang. Wie das Material mit Feuchtigkeit umgeht, ist ein eigenes Thema – dazu später mehr.
Was λ bedeutet, ohne Physikstudium
λ beschreibt den Wärmestrom durch einen Quadratmeter Material von einem Meter Dicke, bei einem Grad (K) Temperaturunterschied zwischen den beiden Seiten (Quelle: NIST, Special Publication 260-261, S. 8). Je niedriger die Zahl, desto schwerer tut sich die Wärme. Je höher, desto leichter fließt sie durch.
Der Wert 0,048 stammt aus dem technischen Datenblatt von HES für das im System verwendete Material. Wie sich eine Wand tatsächlich verhält, hängt zusätzlich von Verarbeitung, Feuchtigkeit, tatsächlicher Dichte, Wandstärke und den Wärmebrücken des jeweiligen Projekts ab. Der deklarierte Wert allein erzählt nicht die ganze Geschichte.
Hier kommt die Wandstärke ins Spiel. Der Wärmedurchlasswiderstand einer homogenen Schicht ergibt sich aus Dicke geteilt durch λ (R = s/λ): Er steigt, je niedriger λ und je dicker die Schicht ist (NIST, SP 260-261, S. 16). Der Widerstand der gesamten Wand hängt dagegen von allen Schichten zusammen ab, nicht nur von dieser einen.
Wer sich für die Materialmischung hinter dieser Zahl interessiert: mehr dazu in Wie das HES-Mix funktioniert und zur Körnung im Detail in Hanfschäben-Körnung und Dämmung.
Die 18 Stunden: eine Zeitverzögerung, keine Uhrzeit
Ein zweiter Wert vervollständigt das Bild: die Phasenverschiebung. Das technische Datenblatt von HES nennt 18 Stunden bei 320 mm Wandstärke. Daher der Titel unserer Serie.
Was das konkret bedeutet: Die Phasenverschiebung ist die Zeitspanne zwischen dem Moment, in dem die Außentemperatur ihr Maximum erreicht, und dem Moment, in dem der Wärmestrom auf der Innenseite sein Maximum erreicht (ENEA, Report RdS/2013/090). Keine Uhrzeit im engeren Sinn. Die Mittagshitze „kommt" nicht pünktlich wie ein Zug ins Haus. Es ist ein für diese Wand unter bestimmten Bedingungen deklarierter Verzögerungswert.
Getrennt zu betrachten: Wie stark dieser Hitzepeak beim Eintreffen abgeschwächt ist, ist ein eigener Parameter – die Amplitudendämpfung – und wird separat dokumentiert. Der deklarierte Wert bleibt: 18 Stunden bei 320 mm, laut technischem Datenblatt von HES. Der tatsächliche Wohnkomfort hängt zusätzlich von Ausrichtung, Fenstern, Lüftung und Planung ab.
Was sich im Haus verändert
Wir erfinden keine Einsparzahlen bei den Nebenkosten – das wäre ohne ein reales, überwachtes Gebäude unseriös. Belegbar ist dagegen: Laut technischem Datenblatt von HES ermöglicht eine Konfiguration mit 35 cm dieser Wand in Klimazone D die Energieeffizienzklasse A4. Das gilt im Rahmen des gesamten energetischen Gebäudekonzepts, nicht nur bezogen auf die Wand. Die Klimazone wird in Italien pro Gemeinde durch das DPR 412/1993 festgelegt und muss daher für jede Gemeinde einzeln geprüft werden.
Vereinfacht gesagt: Eine Wand mit diesen Werten kann – bei gleicher Haustechnik, Ausrichtung und gleichen Fenstern – den Energiebedarf für Heizen und Kühlen senken, verglichen mit einer weniger gut dämmenden Wand. Das ist der technische Ausgangspunkt der ersten H0ME-Baustelle mit HES-Technologie. Ein Versprechen für das konkrete Ergebnis an diesem bestimmten Haus ist es noch nicht.
Alle technischen Details finden sich auf der Seite Technologie.
Häufige Fragen
Ist 0,048 ein guter Wert oder nur Marketing?
Es ist der im technischen Datenblatt von HES deklarierte Wert. Die Zahl selbst ist objektiv; was sie für ein konkretes Haus bedeutet, hängt zusätzlich von Verarbeitung, Wandstärke und Projekt ab.
Bedeutet ein niedriges λ auch, dass die Wand gut „atmet"?
Nein, das sind zwei verschiedene Dinge. λ misst ausschließlich den Wärmedurchgang. Wie eine Wand mit Dampf und Feuchtigkeit umgeht, behandeln wir in Die atmende Wand: Komfort und Feuchtigkeit.
Betrifft dieser Wert bereits ein fertiges H0ME-Haus?
Nein. Es ist der technische Wert des HES-Systems, das wir in die erste H0ME-Baustelle mit HES-Technologie einbringen – diese befindet sich noch in Vorbereitung.
Alle technischen Details zu λ, Phasenverschiebung und Energieeffizienzklasse finden sich auf der Seite Technologie; zum Thema Komfort gibt es die Vertiefung in Die atmende Wand. In der Serie: zurück zu EP2 «Ein amerikanisches Patent, eine italienische Lizenz» oder bleiben Sie dran für die nächste Folge.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der H.0.ME.-Redaktion geprüft.