Beim Hausbau stellt sich fast immer dieselbe Frage: „Und wenn es später Probleme gibt?“ Bei einer Technologie, die in Italien noch neu ist, wiegt diese Frage besonders schwer. Zu Recht. Ein Haus muss durchdacht sein, bevor man sich dafür entscheidet.

Beginnen wir mit einer Zahl. Zum 31. Dezember 2014 kam das HES-System, das H.0.ME. nun nach Italien bringt, laut HES Group – dem HES-Netzwerk – auf 27.653 m² realisierte Bauflächen in Europa. Das erste H0ME-Haus mit HES-Technologie, derzeit in Vorbereitung, steht also nicht am Anfang, sondern am Ende eines langen Weges.

Physik ist eine Sache. Erfahrung eine andere.

In der vorherigen Folge ging es um λ = 0,048 W/(m·K), den Wert aus dem technischen Datenblatt von HES. Diese Zahl beschreibt, wie leicht Wärme durch ein Material wandert – je niedriger der Wert, desto langsamer der Durchgang.

Solche Werte werden an Proben gemessen. Das ist wichtig, sagt aber nicht alles. Eine echte Wand muss richtig geplant, richtig verarbeitet und über Jahre hinweg zuverlässig sein.

Genau hier kommt die bereits gebaute Fläche ins Spiel. Sie ist kein Qualitätssiegel für ein neues Projekt und ersetzt keine Statik, keine konstruktiven Details und keine Baustellenkontrollen. Sie zeigt aber, dass das HES-System bereits an realen Gebäuden zum Einsatz kam, lange bevor H.0.ME. nach Italien kam.

Die Zahl aus dem Jahr 2014 ist ein historischer Wert des HES-Netzwerks. Eine belastbare Aufschlüsselung nach Land oder Gebäudetyp liegt uns nicht vor. Deshalb verzichten wir bewusst darauf, daraus eine genauere Verbreitung abzuleiten, als tatsächlich dokumentiert ist.

Das HES-Netzwerk nennt zudem ein konkretes Beispiel aus Venedig: das Museo Fortuny. Zwei Jahre nach der Sanierung zeigte eine Infrarot-Thermografie mit FLIR-Messtechnik keine Ablösungen oder Schäden (Quelle: HES-Netzwerk). Das ist eine Beobachtung an einem einzelnen Gebäude, keine Garantie für jedes Bauvorhaben. Sie verdeutlicht aber den Unterschied zwischen einem Datenblatt und dem, was an einer echten Wand tatsächlich passiert.

Achtzehn Stunden: Was das im Alltag bedeutet

Das HES-Datenblatt nennt eine thermische Phasenverschiebung von 18 Stunden bei 320 mm Wandstärke. Vereinfacht gesagt: Die Hitzespitze, die außen auf die Wand trifft, kommt nicht sofort im Inneren an – ihre Wirkung zeigt sich deutlich später.

Das heißt nicht, dass sich jedes Haus gleich verhält. Das Ergebnis hängt vom Projekt, der Wandstärke, dem Wandaufbau, der Ausrichtung, den Fenstern und der Nutzung ab. Es heißt aber: Die Wand reagiert nicht schlagartig auf Temperaturschwankungen von außen.

Dieses Thema betrifft den Wohnkomfort im Alltag ebenso wie den Umgang mit Feuchtigkeit im Innenraum. Mehr dazu in unserem Beitrag über die atmende Wand und den Innenraumkomfort.

Auf der einen Seite stehen Laborwerte, auf der anderen bereits realisierte Projekte des HES-Netzwerks. Keines von beiden ersetzt die konkrete Planung des ersten H0ME-Hauses. Zusammen zeigen sie aber, von welchem Ausgangspunkt aus geplant wird.

H.0.ME. besitzt seit 2019 die Lizenz für Italien auf das Patent US 10.266.451 B2, international angemeldet als PCT/CH2015/000085 (Quelle: HES/H0ME-Dossier). H.0.ME., General Contractor mit Sitz in Avellino seit 2019, bereitet nun seine erste italienische Baustelle mit HES-Technologie vor.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet Details zur HES-Mischung sowie zur Körnung des Hanfschäbens.

Die Zahl im Fokus

27.653 m² mit dem HES-System realisierte Fläche in Europa, Stand 31. Dezember 2014 (Quelle: HES Group — HES-Netzwerk).

Das ist ein historischer Wert zur Verbreitung des Systems. Er zeigt bereits umgesetzte Projekte auf realen Gebäuden. Er beschreibt aber nicht das konkrete Projekt des ersten H0ME-Hauses, das derzeit in Vorbereitung ist.

FAQ

Wenn das System in Europa schon existierte – warum kommt das erste H0ME-Haus erst jetzt?

H.0.ME. besitzt die Italien-Lizenz erst seit 2019. Dieses Haus ist die erste Baustelle mit HES-Technologie, die H.0.ME. selbst in Italien umsetzt.

Waren die 27.653 m² nur Wohnhäuser?

Eine belastbare Aufschlüsselung dieser Zahl aus dem Jahr 2014 liegt uns nicht vor. Die Zahl beschreibt die insgesamt mit dem HES-System realisierte Fläche in Europa, ohne Zuordnung zu einem bestimmten Gebäudetyp.

Verändert das Klima am Standort das Ergebnis?

Ja. Jede Planung muss vom konkreten Standort ausgehen. Das HES-Datenblatt nennt λ 0,048 W/(m·K), eine Phasenverschiebung von 18 Stunden bei 320 mm sowie Energieklasse A4 bei 35 cm in Klimazone D. Wandstärke und -aufbau des ersten H0ME-Hauses werden im konkreten Projekt festgelegt.

Wer die Technologie verstehen möchte, bevor sie auf der Baustelle sichtbar wird, findet mehr auf der Seite Technologie. Vorherige Folge: 0,048: Die Zahl, die entscheidet, ob ein Haus atmet. Nächste Folge: Was uns die Schule G. Rodari über die Luft verrät, die wir zuhause atmen.


Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der H.0.ME.-Redaktion geprüft.