Ein Grundstück kaufen Sie einmal. Danach trägt diese Entscheidung das Haus durch seine ganze Lebensdauer. In der letzten Folge ging es um eine Wand, die Wärme ausbremst: Das HES-System, das H.0.ME. nach Italien bringt, erreicht laut technischem Datenblatt bei 320 mm Wandstärke eine Phasenverschiebung von 18 Stunden. Nur rettet keine Wand ein Grundstück, das nicht taugt. Diese sieben Punkte klären Sie besser vorher.
Die Wand kümmert sich um die Wärme, das Grundstück um alles andere
Wie lange eine Wand die Wärme aufhält, ergibt sich aus ihrem Aufbau und ihrer Dicke. Das Grundstück ändert daran nichts. Es entscheidet über anderes: wie viel Sonne ans Haus kommt und worauf das Fundament steht.
Ein Haus muss man im Ganzen denken, die Wände zusammen mit der Haustechnik und mit der Lage im Gelände. Im Winter wollen Sie die Sonne im Haus haben. Im Sommer wird sie zur Last und muss draußen bleiben. Ein ausgewachsener Baum reicht, um dieses Gleichgewicht zu kippen. Oder das Nachbarhaus. Hinfahren allein genügt also nicht, Sie brauchen auch die Papiere.
Die sieben Punkte im Einzelnen
1. Am Anfang steht die amtliche Bebaubarkeitsauskunft (Certificato di Destinazione Urbanistica, geregelt in Art. 30 DPR 380/2001). Sie sagt Ihnen, wie die Fläche eingestuft ist und was dort gebaut werden darf. Für sich allein genügt sie nicht, denn lesen muss man sie zusammen mit dem Bebauungsplan der Gemeinde. Was Sie nutzen dürfen, wie dicht Sie bauen dürfen und wie weit Sie von den Grenzen wegbleiben müssen, prüft ein Fachplaner.
2. Was Sie einschränkt, steht in der PAI-Gefahrenkarte der zuständigen Flussgebietsbehörde. Sie weist das hydrogeologische Risiko aus und die Auflagen, die daran hängen (Behörden und Bewirtschaftungspläne: Art. 63 und 65 D.Lgs. 152/2006). Dazu kommt, was Landschaft und Denkmalschutz nach D.Lgs. 42/2004 vorschreiben, archäologische Fundzonen eingeschlossen.
3. Eine Straße auf der Karte sagt nichts. Fahren Sie hin und schauen Sie, ob ein Baufahrzeug durchkommt und wenden kann: Breite, Steigung, Belag. Wem die Straße gehört und ob Wegerechte oder entsprechende Titel bestehen, klären Fachplaner und Notar. Dass sie schon immer benutzt wurde, zählt dabei nicht.
4. Die Erschließung prüfen Sie Leitung für Leitung: Wasser, Strom, Abwasser, Telefon und, wo es das gibt, Gas. Fragen Sie bei den Versorgern nach, ob ein Anschluss möglich ist und was er an Arbeiten nach sich zieht. Vor dem Kauf, nicht danach. Eine Leitung in der Nähe garantiert nichts, weil Entfernungen, Kreuzungen und Genehmigungen die Rechnung verändern.
5. Eine Verschattungsanalyse über die Jahreszeiten zeigt, wo die Sonne steht und wo Schatten fällt, mit Bäumen und Nachbargebäuden gerechnet. Damit fangen Sie im Winter Sonne ein und halten sie im Sommer gezielt ab. Das ist keine Marotte von Architekten: Das Ministerialdekret vom 26. Juni 2015 zu den energetischen Mindestanforderungen verlangt, dass Sie den Sonnenschutz und das sommerliche Verhalten des Gebäudes nachweisen.
6. Die Klimazone legt Art. 2 DPR 412/1993 fest, der Italien nach Gradtagen in sechs Zonen einteilt. Danach dimensionieren Sie Gebäudehülle und Haustechnik, danach planen Sie die Fenster. Für Klimazone D nennt das technische Datenblatt von HES eine Wandstärke von 35 cm mit λ = 0,048 W/(m·K): Das ist ein Planungswert für die Gebäudehülle. Die Energieeffizienzklasse A4 muss dagegen für das gesamte Gebäude unter Einbeziehung von Haustechnik, Fenstern, Wärmebrücken, Ausrichtung und Ausführung nachgewiesen werden.
7. Den Baugrund bewertet ein Fachingenieur: Tragfähigkeit, Grundwasserstand, Entwässerung, Gefälle, Verhalten bei einem Erdbeben. Wer vorher untersuchen lässt, weiß, ob er viel Erde bewegen, abstützen oder anders gründen muss. Maßgeblich ist das Dekret vom 17. Januar 2018, „Aggiornamento delle Norme tecniche per le costruzioni", veröffentlicht im Amtsblatt vom 20. Februar 2018.
Wo Sie das später merken
Am Entwurf, an den Kosten, an der Bauzeit und daran, wie sich das Haus bewohnt. Eine Auflage schränkt Form und Öffnungen ein. Eine schmale Zufahrt kostet Geld, ein weit entfernter Anschluss ebenso. Sonne und Schatten verändern von Jahreszeit zu Jahreszeit, wie sich das Gebäude verhält. Und der Baugrund entscheidet über das Fundament.
Das ist einer der Schritte zum ersten H0ME-Haus mit HES-Technologie. Das Grundstück kommt vor der Wand. Man muss es kennen und verstehen, wie sich das Haus darin einfügt. Mehr dazu in der nächsten Folge.
Häufige Fragen
Genügt die Bebaubarkeitsauskunft (CDU), um sicher zu sein, dass ich bauen darf?
Nein, sie ist der Anfang. Was Sie bauen dürfen und wie groß, klärt ein Fachplaner anhand der Gemeindevorschriften.
Was macht ein Gefälle mit dem Budget?
Es kann die Erdarbeiten und das Fundament aufwendiger machen, manchmal braucht es Stützbauwerke. Wie stark, hängt vom Grundstück ab und vom Entwurf.
Warum kommt es bei einer HES-Wand überhaupt auf die Ausrichtung an?
Die Wand bleibt dieselbe. Was sich ändert, sind Sonne und Schatten auf dem Gebäude. Das schlägt auf Komfort und Gesamtenergiebedarf durch.
Mehr dazu auf der Seite Technologie, im Beitrag Wie der HES-Mix funktioniert und in Eine Wand, die atmet. Die letzte Folge, Sechs Uhr abends an einem Augustnachmittag, erklärt, warum diese 18 Stunden zählen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der H.0.ME.-Redaktion geprüft.